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Führung im Zeitalter des „Homo Digitalis“

Noch vor 20 Jahren kannten die Wenigsten von uns Begriffe wie „Working Space“, „Innovation Lab“, „Barcamps“, „Enterprise 2.0“, Industry 4.0, „Internet der Dinge“, „Scrum“, „agiles Projektmanagement“ oder „Design Thinking“.

Heute gehören sie zum selbstverständlichen Vokabular der sogenannten digitalen Revolution. Zwischen Heilserwartung und Dämonisierung sind die Unternehmen zunehmend aufgefordert, ihre Geschäftsmodelle, ihre Organisation, ihre Prozesse und vor allem ihre Führungsmodelle digital auszurichten. Dabei meint der Begriff Digitalisierung einen durch technologische Entwicklung getriebenen Transformationsprozess, der gleichermaßen weitreichende strategische, organisatorische und mehr noch soziokulturelle Veränderungen einbezieht.

Digitalisierung ist somit nicht so sehr eine weitere technische Neuerung, sondern vielmehr eine bestimmte Art und Weise, Veränderungsprozesse in Unternehmen zu steuern. Es ist so, als wenn sie ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können. Dies hat weitreichende Konsequenzen für eine zukunftsfähige Führungskultur.

Führungskräfte im Modus des „Digital Leadership“ nutzen und fördern digitale Medien, um in ihrer Organisation Schnelligkeit, Agilität und Flexibilität zu ermöglichen. Sie organisieren die Vernetzung von Menschen und ihre Wissensbestände. Sie begleiten ihre Mitarbeiter zum selbstgesteuerten, lebenslangen Lernen. Die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen erfolgt auf Augenhöhe – sowohl online, offline und virtuell über große räumliche Distanz. Dennoch ist die persönliche Begegnung sozusagen leibhaftig durch nichts zu ersetzen.

Visionen und Ziele werden in gemeinsamen, partizipativ gestalteten Workshops erarbeitet. Positionen und Hierarchien verflüssigen sich. Führungskräfte stimulieren agile, strahlkräftige soziale Netzwerke. Sie machen Verantwortlichkeiten und Aufgaben aller Beteiligten transparent, auch die eigenen. Zukunftsfähige Führung muss die Dynamik und Komplexität der modernen (Unternehmens-) Welt ausbalancieren können und mit den Spannungsfeldern

  • Kontrolle versus Vertrauen
  • Kreativität versus Effizienz
  • Freiheit versus Stabilität sowie
  • Geschwindigkeit versus Partizipation

konstruktiv umgehen.

Starre Hierarchien müssen sie zugunsten der Entfaltung von Selbststeuerungspotenziale der Netzwerke auflösen können. „Beidhändige Führung“ ist gefragt. Als situationsbezogenes Führungsmodell, das die gesamte Führungsklaviatur beherrschen lernt. Zwischen Weisung, Kontrolle und Bericht auf der einen Seite und die innovative, transformational orientierte, fraktal, vernetzte und selbstgesteuerte Führung auf der anderen Seite.

Somit werden das Human Resources Management und die Informationstechnologie in Zukunft mehr und mehr verschmelzen und integrierte Personalentwicklungssysteme hervorbringen. Diese werden die Menschen einerseits für den Umgang mit den neuen Technologien fit machen und andererseits gleichermaßen in ihren psychosozialen Kompetenzen fördern und entwickeln.

Hier geht es vor allem um die Frage, welche Daten, aus welchen Quellen, zu wessen Nutzen, wie aufbereitet, wem zur Verfügung gestellt werden sollen. Das Verstehen und Erklären dessen, was sich hinter den Daten verbirgt, aus reiner Information strategisch relevante Bedeutung zu machen und daraus für das Unternehmen erfolgreiche Entscheidungen zu generieren, bleibt den handelnden Akteuren überlassen. Denn nur der Mensch ist in der Lage, sinnvoller Weise im kollegialen Austausch, Daten zu interpretieren und sie in Bezug zu setzen zu den Wirkungen, die man sich aus den abgeleiteten Maßnahmen erhofft.

Wenn dies gelingt, das zeigen Studien von McKinsey und des Massachusetts Institute of Technology (MIT), können digital führende Unternehmen einen höheren Umsatz erzielen, deutlich profitabler sein und einen höheren Unternehmenswert erreichen.

Viele Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht und versuchen, sich auf verändertes Kundenverhalten, den verschärften Wettbewerb und der Beschleunigung der Innovationen mit Hilfe passgenauer IT-Systeme einzustellen. Dazu wird es notwendig sein, erstarrte Strukturen und die mentalen Barrieren vor allem der Führungskräfte aufzuweichen. Die einseitige Fokussierung auf ökonomische und technologische Faktoren der Unternehmensentwicklung sollte demzufolge zugunsten einer der psychosozialen und kulturellen Aspekte in der Unternehmensgestaltung neu gewichtet werden.

Denn: „Hinter jeder Kennzahl steht ein menschliches Schicksal!“ Gerade im Bereich des Human Resources Management wird die enge Verknüpfung von IT und HR ein zentraler Wettbewerbsfaktor darstellen:

  • Optimierung der Management Informationssysteme
  • Personalgewinnung, Personalbindung- und entwicklung auf der Grundlage von Algorithmen (vgl. link)
  • schnelle Erfassung von Kundenbedürfnissen und deren Wertepräferenzen
  • Konsequente Ausrichtung der IT-Systeme auf Kundennutzen und Personalerfordernisse
  • Schaffung interaktiver E-Learning Plattformen
  • Virtuelles Coaching mit Avatar
  • Szenische Rekonstruktion von Geschäftsprozessen

Diese Liste kann beliebig fortgesetzt werden!

Hier bietet Ihnen die Kooperation von its-people und Competto Consulting Network GmbH (link) Beratungsformate, die sowohl die IT-Expertise als auch die Expertise im Bereich psychosozialer Kompetenzentwicklung abdecken.

Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne zu diesen Themen!

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